Wofür brauchen Senioren noch Internet-Anschluss?
Senioren sollten sich unbedingt um einen Internet-Anschluss bemühen. Je schneller, desto besser. Der wichtigste Grund hiefür ist, dass man als Senior unweigerlich irgendwann unbeweglicher wird. Man kann natürlich beweglich bleiben, aber da muss man ein gesundheitlichliches Sonntagskind sein und erst noch mit stets steigendem Aufwand an der Beweglichkeit arbeiten. Also werden wir entweder immer unbeweglicher oder haben keine Zeit mehr, weil wir die Beweglichkeit erhalten oder gar verbessern müssen. In beiden Fällen ist der ans Internet angeschlossene Computer von immenser Hilfe.
Kontakt mit Familie und Freunden halten
Mit der elektronischen Post können wir mit Kindern und Enkel fast dauernd verbunden sein. Die Enkelin kann uns von ihrem Australien-Trip ihre Fotos brühwarm ins Haus liefern, falls sie ein Internet-Café findet, wo sie den Fotoapparat anschliessen kann. Ganz besonders hilfreich ist der Kontakt mit im Ausland lebenden Verwandten und Bekannten mit denen man über E-Mail in Kontakt bleiben kann, ohne das Haus zu verlassen. Es braucht auch nicht immer E-Mail zu sein. Man kann über den Computer den Jungen auch ein SMS auf das Handy senden, wenn das Mittagessen heute ausnahmsweise ausfallen muss.
Behinderungen kompensieren
Man kann den Spezereihändler anrufen, wenn er uns bestimmte Waren ins Haus liefern soll, weil man, wie einleitend angedeutet, nicht mehr auf dem Geländer die Treppe runter rutschen kann - es vielleicht noch könnte, aber die Traute fehlt. Man soll den zuverlässigen Spezereihändler auch noch anrufen, wenn man einen Internet-Anschluss hat und deswegen nicht zu anonymen Lieferanten wechseln. Aber der Spezereihändler hat nicht alle Waren, die wir brauchen, und er kann auch nicht während 7 Tagen 24 Stunden am Telefon warten. Mit einem Internet-Anschluss kann man viele Waren, besonders unverderbliche, gut transportierbare oder weit entfernte Güter, rund um die Uhr bestellen. Bankgeschäfte und die Vermögensverwaltung betreiben wir von zu Hause aus. Nicht nur wegen unseren Behinderungen, sondern weil wir viel schneller auf Veränderungen reagieren können und uns jederzeit mit Tabellen, Zusammenfassungen, Analysen und Rapporten ein viel besseres Bild der ökonomischen Situation machen können, als es ohne Anschluss möglich ist.
Hobby perfektionieren
Viele, viele Seiten im Internet befassen sich mit allen möglichen und unmöglichen Hobbies und vermitteln neue Kenntnisse, Erkenntnisse, Hilfestellungen und Bezugsquellen. Wenn der ensthafte Hobbyist diese Informationen nicht nutzt, kann es schwierig werden, den qualitativen Ansprüchen seiner Hobby-Kollegen langfristig noch zu genügen. Für viele Senioren wurde ihr früheres Hobby fast zum Beruf - vielleicht nicht vom Einkommen her, das es ihnen bringt, aber von der Ernsthaftigkeit, mit der sie es ausführen. Und wie früher, pflegen sie sich immer noch zu verbessern, streben immer noch einem Idealzustand zu. Es gibt nicht viele Tätigkeiten, die man immer weiter perfektionieren kann, ohne dass einem das Internet dabei nicht von hohem Nutzen sein kann.
Selbstdarstellung
Geben wir es zu: Wir trachten nach Anerkennung für uns oder wenigstens für das, was wir leisten, oder geleistet haben. Wir möchten unsere Leistungen zeigen. Eine eigene Homepage einzurichten, mit der ich meine Selbstverwirklichung auch Freunden und Fremden demonstrieren kann, ist leichter als viele denken. In einem Provider-Abonnement (besonders für ADSL oder Kabel-TV) ist auch eine eigene Homepage inbegriffen. Die meisten Provider vermitteln die zur Herstellung von Homepages benötigten Kentnisse und Hilfsmittel oft gratis mit on-line-Lehrgängen.
Man kann natürlich auch seine eigenen Dienstleistung auf seiner Homepage im Internet anbieten, so wie ich dies hier mit dem Internet-Anschluss auch tue.
Verkaufen
Jeder Senior hat zwangsläufig alte Dinge. Vielleicht sind das jetzt schon Antiquitäten? Oder er ist ein Sammler alter, interessanter, nutzloser oder wertvoller Dinge. Er muss kaufen, tauschen, verkaufen. Über Auktionen im Internet oder auch einfach über die Affichage auf der Homepage, kommt man zu manchen Gelegenheiten, die sonst gar nicht möglich wären. Wie soll sonst ein Hermelin-Liebhaber in Russland davon erfahren, dass wir noch eine schöne alte Hermelin-Stola der Grossmutter anzubieten haben, wenn nicht über's Internet?
Gesundheit
Gesundheit. Die Axt im Haus erspart den Zimmermann, der Display auf dem Tisch den Arzt. Letzteres vielleicht nicht gerade unmittelbar. Aber der Umfang der Informationen im Internet über Gesundheit, Heilpflanzen, Heilmittel, Nutzen oder Gefährlichkeit von Therapien, Nutzlosigkeit oder Segen von Diagnosemethoden ist überwältigend. Gerade über die Erhaltung und Wiederherstellung der Beweglichkeit von Senioren, um beim roten Faden zu bleiben, gibt es Tausende von Hinweisen (konkret: deutsche Seiten gibt es nicht so viele. So ergibt die Suche nach "Beweglichkeit Senior" 860 Treffer. Die Suche nach "mobility senior" aber 265'000! Was beweist, dass man mit Englisch-Kenntnissen noch mehr vom Internet hat).
Reisen
Wir haben jetzt schon mehrere Male mit unserer Unbeweglichkeit kokettiert. Aber trotzdem wollen wir auch verreisen. Weit weg oder nur als Ausflug einige Täler weiter. Wir können diese Reise oder den Ausflug vom Sessel aus planen, mit einer immensen Zahl von Hilfsmitteln, die im Internet zur Verfügung stehen. Es sollen hier nur auf die vielen interaktiven Fahrpläne, interaktiven Karten, Reiseplaner und Distanzrechner hingewiesen werden. Hotelführer, Restaurantverzeichnisse, Ortsbeschreibungen, Eventkalender und so weiter, erwähne ich gar nicht.
Was braucht es für einen Internet-Anschluss und wie teuer kann das werden?
Nun, es braucht einen Computer, das dürfte klar sein. Ein älterer PC oder Notebook tut es. Der Rechner muss nicht neu und auch nicht speziell leistungsfähig sein. Ein Vorteil wäre, wenn der PC oder der Notebook ein integriertes 56kbps-Modem (das ist eine Modem, das Daten mit 56000 Bits pro Sekunde überträgt) enthalten würde. Dann müsste man im Laden nur ein Modem-Kabel (RJ11 nach TT89) und einen Adapter-Stecker für das Telephon kaufen. Der Adapterstecker mit zwei Buchsen soll das vorhandene Telephonkabel und das neue Modemkabel aufnehmen. Und schon ist der Anschluss fertig für einen provisorische Surf über die Nummer eines Gratis-ISP.
Ein 56K-Modem-Anschluss sollte aber wirklich nur provisorisch eingerichtet werden. Besonders für Senioren empfehle ich grundsätzlich nur einen Anschluss mit einem ADSL-Modem oder Kabel-TV-Modem. Der Grund für die Empfehlung ist nicht in erster Linie der viel schnellere Seitenaufbau oder die kürzeren Download-Zeiten, beides willkommene Nebeneffekte. Wichtiger als diese scheint mir jedoch, dass 1. während dem online-Arbeiten das Telephon immer noch bedient werden kann, und 2. man dauernd online sein kann, ohne Angst vor einer riesigen Gebührenrechnung (man kann ruhig einen Spaziergang antreten, auch wenn man die Leitung zum ISP vergessen hat zu unterbrechen). Beide Modemarten bieten auch einen Schutz gegen die versteckte Installation von Dialer durch Internet-Gangster, die es besonders auf das Geld unerfahrener Internet-Besucher abgesehen haben.
Das ADSL-Modem oder das Kabel-TV-Modem bestellt der Senior am besten gleich bei demjenigen ISP (Internet Service Provider oder kurz: Provider), bei dem er das Abonnement für ADSL- oder Kabel-TV-Anschluss bestellt. Die Site von tiptom hat eine Unmenge von technischen Informationen über den schnellen Internet-Zugang.
Die Abonnements-Kosten betragen etwa Fr.40.00 bis Fr.65.00 pro Monat für den ADSL- oder Kabel-TV-Anschluss. Ein ADSL-Modem kostet zwischen Fr.160.00 bis 350.00. Im Kabel-TV-Abonnement ist das Modem inbegriffen.
Also, lieber Leser: Nichts sollte Sie jetzt mehr davon abhalten können, das Abenteuer zu wagen. Wenn 80-jährige Damen, die nie mit Computer gearbeitet haben, nun plötzlich surfen und mailen, wie können Sie da noch zögern?
Kann der Senior seinen Computer selbst an das Internet anschliessen?
Diejenigen älteren Damen und Herren, die in ihrer Berufszeit genügend Computer-Kenntnisse ansammeln konnten und deshalb dazu in der Lage sind, haben ihren Internet-Anschluss schon längst eingerichtet. Ein Senior jedoch, der bisher gar nicht oder nur als reiner Bediener eines Computers oder einer Arbeitsstation gearbeitet hat, ist meist nicht in der Lage, die optimalen Entscheidungen zu treffen über die Wahl des Providers, Modemtyps, die Art der Kabel und Steckverbindungen, die er brauchen wird. Er braucht Hilfe, praktische Hilfe. Die Gefahr für den Hilfe-Spendenden ist aber gross, dass er sich in ein open-end-Abenteuer einlässt. Oft kennt der Internet-Interessent ja die grundlegenden Handgriffe der Programmbedienung nicht. Der Internet-Interessent muss sich bewusst sein, dass mit einem geglückten, elektrischen Anschluss seine "Probleme" nicht gelöst sind, sondern erst so richtig beginnen können. Der lustige Surfer-Alltag ist dann noch ziemlich weit weg. Er sollte auf jeden Fall einen Grundkurs für die Bedienung von Browsers, E-Mail und Textverarbeitung besuchen oder einen Betrag für Privatunterricht budgetieren. Verlangen Sie auf jeden Fall einen Vorschlag für die praktische Unterstützung zu einem Festpreis.
